Erbaut und verwendet über 1.500 Jahre (3.500-2.000 v.Chr.), verfügt er über eine Gesamtfläche von 16 ha. Dieser Bereich kann nur im Zusammenhang mit der umgebenden Landschaft wirklich verstanden werden und offenbart ein erstaunliches Wissen über das Gebiet und eine Planung, die in der klaren Absicht seiner Architektur deutlich wird. Der Grundriss von Perdigões ist an sich selbst ein wertvoller Beitrag, um die Weltanschauung seiner Gründer und Einwohner zu verstehen.

Der Archäologische Komplex von Perdigões verfügt über verschiedene Bereiche, unter denen eine Nekropole und in seinem Innenraum ein zeremonieller megalithischer Raum. Die Wirkung, die auf Perdigões im Gebiet und insbesondere auf die übrigen Ortschaften von Ribeira do Álamo ausgeübt wurde, zeigt uns, dass dieser Raum vor allem ein gesellschaftlicher Bereich, verbunden mit dem Heiligtum, und nicht nur ein Bereich des alltäglichen Zusammenlebens war.

Als Ort von Leben und Tod entstand und wuchs der Komplex in einem natürlichen Amphitheater, das sich zur Landschaft des Tals des Ribeira do Álamo und zum Sonnenaufgang, an einem von Monsaraz dominierten Horizont, öffnete.

Dort versammelten sich die Menschen. Einheimische, Nachbarn oder andere, die von weit her kamen und Gegenstände und Produkte mit sich brachten. Dort wurde bei der Erhebung von Menhiren und bei der Ausgrabung von tiefen Gräben, die große Bereiche begrenzten, gute Arbeit geleistet, wobei Trassen angelegt und visuelle Perspektiven von großer Bedeutung freigelegt wurden. Hier wurde der Alltag gelebt. Aber ein besonderer Alltag, voller Symbole und Rituale, die uns von einer Welt fern von unserer erzählen.

Der Sonnenzyklus gewann noch eine größere Bedeutung für die prähistorischen Gemeinden, als diese immer mehr vom landwirtschaftlichen Zyklus abhängig wurden. Grundlage für die zyklische Messung der Zeit (wie auch der Mond), sind der Sonnenaufgang und -untergang ein Metapher für das Leben und Tod, Geburt und Verschwinden, für ewige Wiedergeburt, für das ewig Wiederkehrende.

Der Osten war immer eine wichtige Orientierung für die jungsteinzeitlichen Gemeinden, die zu dieser Himmelsrichtung ihre megalithischen Totengedenkstätten, ihre Steinkreise und andere Bauten, wie einige Gräben, ausrichteten. Einige davon, mehr als nur auf den Osten ausgerichtet, kennzeichneten mit ihrer Architektur wichtige Momente der Sonnenkalender, wie die Tagundnachtgleiche und die Sonnenwende.

Dies ist der Fall der Außenbereiche von Perdigões, deren Eingänge zur Sommer- und den Wintersonnenwende und zum Sonnenaufgang ausgerichtet sind. Die ersten Sonnenstrahlen fielen morgens somit am längsten und kürzesten Tag des Jahres auf diesen Ort über diese Eingänge ein. Das waren Zeiten, in denen diese Tage bereits mit Festritualen von den Menschen der Region und von außerhalb gefeiert wurden.